Historie

Hypnose hat eine mehrtausendjährige Geschichte. Schon in der Antike, vor Christi Geburt, gab es Heilungen mit Hypnose in den Asklepios- (röm.: Äsculapius) Tempeln, wie im griechischen Epidauros.

In unseren Breitengraden machte im ausgehenden 18. Jahrhundert ein Pfarrer aus Klösterle in der Ostschweiz Furore. Johann Joseph Gassner erzielte große Erfolge durch Anwendung hypnotischer Rituale, die eigentlich für Exorzismen zur Teufelsaustreibung gedacht waren. Damit heilte er Krankheiten wie Kopfschmerzen und Schwindelanfälle, zuerst bei sich selbst und später bei anderen, so erfolgreich, dass die Menschen aus weiter Entfernung zu ihm kamen. Doch die übernatürlichen Erklärungsansätze passten nicht mehr in die Zeit. Es war die Zeit der Aufklärung.

Die Aufklärung spielte dem beinahe zeitgleich agierenden, heute als Vater der Hypnosetherapie geltenden, Franz Anton Mesmer in die Hände.

Der Arzt aus Iznang am Bodensee war, wenn auch umstritten und zum Schluss diskreditiert, so erfolgreich, dass man im Englischen heute noch den Ausdruck „mezmerizing“ benutzt, um auszudrücken, dass man verzaubert, fasziniert, hypnotisiert oder gefesselt ist. Er arbeitete in Konstanz und Meersburg, aber auch lange Jahre an den Höfen in Wien und Paris.

Als Vater der modernen medizinischen Hypnotherapie gilt der amerikanische Psychiater Milton Erickson. Er entwickelte zahlreiche Methoden der Hypnose, unter anderem zur Schmerzbewältigung. Vieles davon hat er aus eigener Erfahrung entwickelt, denn durch zweimalige Erkrankung an Kinderlähmung, litt er zeitlebens unter starken Schmerzen, welche er nur durch Selbsthypnose beherrschen konnte.

Sein indirekter und integrativer Ansatz begründete nicht nur die moderne Hypnotherapie, sondern beeinflusste und veränderte die Psychotherapie insgesamt.

Heute sind hypnotherapeutische Interventionen fester Bestandteil der medizinischen, psychosomatischen, psychotherapeutischen und zahnmedizinischen Landschaft.